Das historische k.u.k. Infanterie Regiment Nummer 99


Hermann Narožny (1888-1947)

 

Hermann Narožny wurde am 8. Juli 1888 in Klein Grillowitz in Mähren geboren. Nach seinem Wehrdienst beim k.u.k. Infanterie Regiment Nr. 99 in Znaim entschied er sich für eine Karriere als längerdienender Unteroffizier. Am 6. April 1913, bereits Feldwebel, heiratete er. Zu Kriegsbeginn ist Hermann Narožny Kommandant der III. M.G. Abt. im 2. Baon des IR 99. Im November 1914 erwirbt er bereits die Silberne Tapferkeitsmedaille 2.Klasse und wird umgehend zum Stabsfeldwebel befördert.

Bereits im Juni 1915 wurde Stabsfeldwebel Narožny mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille dekoriert. Sein ehemaliger Oberst und Regimentskommandant, der spätere Generalmajor Otto Herzmansky schreibt über ihn und seine Waffentaten:

„Kommandant seiner M.G.Abt. seit 30. August 1914. Ist ein hochverdienter Unteroffizier, hat im Gefechte des Nachrichtendetachements des Regimentes am 13. Mai 1915 durch Umsicht und präzise Feuerleitung zur Vorrückung der Infanterie gegen Szydlow auf Sturmdistanz wesentlich beigetragen. Hat am 16. Mai 1915 durch vorzügliche Führung seiner Abteilung im heftigsten feindlichen Feuer den Angriff auf Swojkow vorbereitet, setzte 2 feindliche Maschinengewehre in kürzester Zeit außer Gefecht, brachte durch präzise Feuerleitung den Gegner zum Schweigen und unterstützte mehrere Sturmangriffe in vorzüglichster Weise durch Wechsel seiner Feuerstellung, durch Front- und Flankenfeuer.

Hat beim Stellungswechsel am 17. Mai 1915 durch wirksames M.G.-Feuer den Gegner aus einer Flankenstellung vertrieben, ihm starke Verluste beigebracht und das Zurückgehen des Baons sehr gefördert. Er hielt im heftigsten Artilleriefeuer aus, bis ihn der Befehl zur Loslösung vom Feinde erreichte. Zog seine Abteilung derart umsichtig aus der Feuerstellung, dass er keine Verluste an Mann und Material erlitt.

Hat beim Nachtangriff vom 25. auf den 26. Mai 1915 auf die Höhenstellung 290 als Kommandant der M.G.A. III bei einem vom Gegner später unternommenen Versuch diese Höhe wieder an sich zu reißen, nicht nur durch seine M.G.A. und Stellungswechsel dem Gegner große Verluste zugefügt, sondern auch persönlich mit der ihm zunächst befindlichen Mannschaft geistesgegenwärtig einen Flankenstoß unternommen und im Handgemenge in hervorragender Weise mitgeholfen, den Gegner hinauszuwerfen und zur Aufgabe seines Planes zu zwingen.“

Die Dekorierung mit dieser höchsten Tapferkeitsauszeichnung erfolgte am 13. Juli 1915 durch den neuen Kommandanten der 4. Infanterie-Truppen-Division, FmLt. Ignaz Schmidt Edler von Fussina, in der Nähe von Kircza neben der vorbeimarschierenden Division. Mit Allerhöchster Entschließung vom 29. Juni 1916 wurde dem, mittlerweile zum Offiziersstellvertreter beförderten, Hermann Narožny das Silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Band der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feind verliehen. Fast genau ein Jahr später erfolgte die Verleihung der Bronzenen Tapferkeitsmedaille und natürlich des Karl-Truppen-Kreuzes. Der Verbündete stellte sich mit der Verleihung der Preußischen Kriegerverdienstmedaille ein.

Bei Kriegsende, Narožny war Kommandant der M.G. Ersatz-Kompanie des Regiments in Znaim, stellte er sich sofort dem Volkswehrbaon Südmähren zur Verfügung. Die M.G. Ersatz-Kompanie wurde zur M.G. Abteilung dieses Bataillons und Narožny als deren Kommandant bestätigt, sowie als Soldatenrat gewählt.

Als im Februar 1919 tschechische Militärverbände Südmähren besetzten wurde Hermann Narožny verhaftet, unter Misshandlungen verhört und zu Garnisonsarrest verurteilt. Auf Intervention des österreichischen Staatsamtes für Heerwesen wurde er jedoch bald aus der Haft entlassen. Es gelang ihm, unter den Kohlen einer österreichischen Lokomotive versteckt, nach Wien zu fliehen. Dort wurde er dem Sicherheitsbüro der Polizei Direktion, Kriminal-Abteilung zugeteilt.

Im Jahre 1925 bekam er eine Anstellung als Bundesbeamter in der Charge eines Kriminal- Bezirks-Inspektors beim Kriminalbeamtenreferat der Bundes-Polizei-Direktion Wien, staatspolizeiliche Abteilung und fand eine Wohnung in einem Gemeindebau in Ottakring. Wie viele andere Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille wurde auch er ehrenhalber nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht zum Leutnant a. D. der Deutschen Wehrmacht mit Wirkung vom 30. Juli 1940 ernannt. Hermann Narožny wurde am 13. Oktober 1947 auf dem Ottakringer Friedhof beigesetzt.

 

Copyright für Text und Bild: Jörg C. Steiner, Wien


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